18. Februar 2026

Nachruf zum Tode von Heinz Schröder

Am 9. Februar gab die Geschäftsstelle der Humanwirtschaftspartei Nord dem am 20. Januar im Alter von 102 Jahren verstorbenen Parteifreund Heinz Schröder in Wolfsburg das letzte Geleit. Bereits drei Wochen zuvor war seine Frau Hildegard 98-jährig aus dem Leben geschieden. Noch im Herbst war man zu zwei Kaffeerunden zusammengekommen.

Heinz Schröder erblickte am 9.Juli 1923 im hinterpommerschen Kreis Bütow (rund 75 km Luftlinie westlich von Danzig gelegen) das Licht der Welt. In Bütow besuchte er auch die Volks- und Oberschule. Im Juli 1942 wurde er zur Luftwaffe eingezogen. Das Ende des Krieges erlebte er in Dänemark. Es folgten 3 Monate britische Kriegsgefangenschaft und schließlich die Entlassung über Hamburg und Uelzen nach Schneverdingen, wo er seine Eltern und seine Schwester wiederfand. Für ein Ingenieurstudium benötigte er ein Praktikum. Einen Platz dafür fand er schließlich im Volkswagenwerk. Seine TBC-Erkrankung machte eine Fortsetzung des geplanten Lebensweges unmöglich. Nach seiner Wiedereinstellung arbeitete er im Versuchsbau der Technischen Entwicklung und wurde dort 1953 in den Betriebsrat gewählt.

Ende der 40er hatte er die evangelische Kirche verlassen um sich der Glaubensgemeinschaft der Unitarier anzuschließen. Diese sind nach ihrem Selbstverständnis nicht-christlich, pantheistisch und humanistisch* „Die Allheit des Seins benötigt gewissermaßen keinen Schöpfer, sondern ist in sich vollkommen als das Göttliche zu betrachten….Gegenüber der jüdisch-christlichen Schöpfungstheologie werden in pantheistischen Denkweisen die Natur und deren wissenschaftlich beobachtbare Wesentlichkeiten nicht als getrennt von Göttlichkeit betrachtet, vielmehr ist die Natur innewohnend göttlich.“* Zur Grablegung wünschte er sich ein Stück des Pantheisten Ludwig van Beethoven.

Im Mai 1955 heiratete er seine Frau Hildegard, die er im Sonderzug der Sudetendeutschen Landsmannschaft während der Fahrt von Frankfurt nach Wolfsburg kennengelernt hatte. Im Juni 1982 wechselte er in den sogenannten Ruhestand. Der erlaubte es ihm 5 Tage in der Woche zum Schwimmen ins VW-Bad zu fahren. Ein Waldlauf war am Sonntag dran und im Winter Ski-Langlauf im Harz. Was die Gesundheit betrifft, da habe er sich an Goethes Empfehlung gehalten: Genieße mäßig Füll und Segen, Vernunft sei überall zugegen, wo Leben sich des Lebens freut. Nach 100 Lebensjahren musste ein einstündiger Spaziergang mit Rollator täglich genügen und 10 Minuten auf dem Heim-Ergometer.

Auf die Natürliche Wirtschaftsordnung, auch als Freiwirtschaft (Anm.: Das Geld vom unsozialen, unchristlichen Zins, den Boden von der privaten Bodenrente befreien) bezeichnet, aufmerksam geworden war Heinz Schröder im November 1948 durch einen Handzettel der Radikal Sozialen Freiheitspartei (RSF), der an einem Laternenmast klebte und dessen Inhalt ihn mitriß und neugierig machte. Was Heinrich Weeke, Mitglied des Niedersächsischen Landtages von 1951-55, in der angekündigten Versammlung vortrug klang überzeugend und steigerte seinen Wunsch mehr zu erfahren. Ein Jahr später erschien die Kurzausgabe des Buches „Die natürliche Wirtschaftsordnung“. Der einjährige Aufenthalt in einer Lungenheilstätte als Folge seiner Tuberkuloseerkrankung gab ihm die Zeit sie gründlich zu studieren. Gesells wunderbare und für Jeden verständliche Schreibstil erleichterte dieses.

Wieder in Wolfsburg bekam er Kontakt zur örtlichen Gruppe der Frei-Sozialen Union, welche 1950 als Zusammenschluß von RSF, der SF (Soziale Freiheitspartei der amerk. Zone) und FSP (Freie Soziale Partei der franz. Zone) entstanden war. Er wurde eingeladen, fand dort sympathische Menschen, wurde Mitglied und nach einem Jahr Vorsitzender der FSU Kreisgruppe Wolfsburg. Sie wuchs bis auf 35 Mitlieder an und beteiligte sich bis 1955 an allen Wahlen. Eine engere Verbindung pflegte Heinz Schröder u. a. zu H. K. R. Müller, Verfasser einer Vielzahl freiwirtschaftlicher Veröffentlichungen. Aufgrund seiner vielen Lenze gehörte er noch zu jenen die den Vorsitzenden der RSF bzw. dann 1. Vorsitzenden der FSU, Richard Batz, erlebt hatten.

Bis zuletzt versuchte er im Rahmen seiner Möglichkeiten für die NWO zu werben.

Für seinen unermüdlichen, langjährigen Einsatz für Partei und Freiwirtschaft möchten wir uns bedanken und werden bei künftigen Aktivitäten ihn und sein Wirken im Herzen tragen.

In stillem Gedenken

Deine Humanwirtschaftspartei

* Wikipedia.de:

– Unitarier – Religionsgemeinschaft freien Glaubens

– Pantheismus

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