{"id":22329,"date":"2026-02-17T10:17:53","date_gmt":"2026-02-17T09:17:53","guid":{"rendered":"https:\/\/nord.humanwirtschaftspartei.de\/?p=22329"},"modified":"2026-02-17T10:27:57","modified_gmt":"2026-02-17T09:27:57","slug":"nachruf-zum-tode-von-heinz-schroeder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nord.humanwirtschaftspartei.de\/?p=22329","title":{"rendered":"Nachruf zum Tode von Heinz Schr\u00f6der"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 9. Februar gab die Gesch\u00e4ftsstelle der Humanwirtschaftspartei Nord dem am 20. Januar im Alter von 102 Jahren verstorbenen Parteifreund Heinz Schr\u00f6der in Wolfsburg das letzte Geleit. Bereits drei Wochen zuvor war seine Frau Hildegard 98-j\u00e4hrig aus dem Leben geschieden. Noch im Herbst war man zu zwei Kaffeerunden zusammengekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz Schr\u00f6der erblickte am 9.Juli 1923 im hinterpommerschen Kreis B\u00fctow (rund 75 km Luftlinie westlich von Danzig gelegen) das Licht der Welt. In B\u00fctow besuchte er auch die Volks- und Oberschule. Im Juli 1942 wurde er zur Luftwaffe eingezogen. Das Ende des Krieges erlebte er in D\u00e4nemark. Es folgten 3 Monate britische Kriegsgefangenschaft und schlie\u00dflich die Entlassung \u00fcber Hamburg und Uelzen nach Schneverdingen, wo er seine Eltern und seine Schwester wiederfand. F\u00fcr ein Ingenieurstudium ben\u00f6tigte er ein Praktikum. Einen Platz daf\u00fcr fand er schlie\u00dflich im Volkswagenwerk. Seine TBC-Erkrankung machte eine Fortsetzung des geplanten Lebensweges unm\u00f6glich. Nach seiner Wiedereinstellung arbeitete er im Versuchsbau der Technischen Entwicklung und wurde dort 1953 in den Betriebsrat gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende der 40er hatte er die evangelische Kirche verlassen um sich der Glaubensgemeinschaft der Unitarier anzuschlie\u00dfen. Diese sind nach ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nicht-christlich, pantheistisch und humanistisch* <em>&#8222;Die Allheit des Seins ben\u00f6tigt gewisserma\u00dfen keinen Sch\u00f6pfer, sondern ist in sich vollkommen als das G\u00f6ttliche zu betrachten<\/em>&#8230;.G<em>egen\u00fcber der j\u00fcdisch-christlichen Sch\u00f6pfungstheologie werden in pantheistischen Denkweisen die Natur und deren wissenschaftlich beobachtbare Wesentlichkeiten nicht als getrennt von G\u00f6ttlichkeit betrachtet, vielmehr ist die Natur innewohnend g\u00f6ttlich.&#8220;* <\/em>Zur Grablegung w\u00fcnschte er sich ein St\u00fcck des Pantheisten Ludwig van Beethoven.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mai 1955 heiratete er seine Frau Hildegard, die er im Sonderzug der Sudetendeutschen Landsmannschaft w\u00e4hrend der Fahrt von Frankfurt nach Wolfsburg kennengelernt hatte. Im Juni 1982 wechselte er in den sogenannten Ruhestand. Der erlaubte es ihm 5 Tage in der Woche zum Schwimmen ins VW-Bad zu fahren. Ein Waldlauf war am Sonntag dran und im Winter Ski-Langlauf im Harz. Was die Gesundheit betrifft, da habe er sich an Goethes Empfehlung gehalten: Genie\u00dfe m\u00e4\u00dfig F\u00fcll und Segen, Vernunft sei \u00fcberall zugegen, wo Leben sich des Lebens freut. Nach 100 Lebensjahren musste ein einst\u00fcndiger Spaziergang mit Rollator t\u00e4glich gen\u00fcgen und 10 Minuten auf dem Heim-Ergometer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Nat\u00fcrliche Wirtschaftsordnung, auch als Freiwirtschaft <em>(Anm.: Das Geld vom unsozialen, unchristlichen Zins, den Boden von der privaten Bodenrente befreien)<\/em> bezeichnet, aufmerksam geworden war Heinz Schr\u00f6der im November 1948 durch einen Handzettel der Radikal Sozialen Freiheitspartei (RSF), der an einem Laternenmast klebte und dessen Inhalt ihn mitri\u00df und neugierig machte. Was Heinrich Weeke, Mitglied des Nieders\u00e4chsischen Landtages von 1951-55, in der angek\u00fcndigten Versammlung vortrug klang \u00fcberzeugend und steigerte seinen Wunsch mehr zu erfahren. Ein Jahr sp\u00e4ter erschien die Kurzausgabe des Buches \u201eDie nat\u00fcrliche Wirtschaftsordnung\u201c. Der einj\u00e4hrige Aufenthalt in einer Lungenheilst\u00e4tte als Folge seiner Tuberkuloseerkrankung gab ihm die Zeit sie gr\u00fcndlich zu studieren. Gesells wunderbare und f\u00fcr Jeden verst\u00e4ndliche Schreibstil erleichterte dieses.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder in Wolfsburg bekam er Kontakt zur \u00f6rtlichen Gruppe der Frei-Sozialen Union, welche 1950 als Zusammenschlu\u00df von RSF, der SF (Soziale Freiheitspartei der amerk. Zone) und FSP (Freie Soziale Partei der franz. Zone) entstanden war. Er wurde eingeladen, fand dort sympathische Menschen, wurde Mitglied und nach einem Jahr Vorsitzender der FSU Kreisgruppe Wolfsburg. Sie wuchs bis auf 35 Mitlieder an und beteiligte sich bis 1955 an allen Wahlen. Eine engere Verbindung pflegte Heinz Schr\u00f6der u. a. zu H. K. R. M\u00fcller, Verfasser einer Vielzahl freiwirtschaftlicher Ver\u00f6ffentlichungen. Aufgrund seiner vielen Lenze geh\u00f6rte er noch zu jenen die den Vorsitzenden der RSF bzw. dann 1. Vorsitzenden der FSU, Richard Batz, erlebt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zuletzt versuchte er im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die NWO zu werben.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr seinen unerm\u00fcdlichen, langj\u00e4hrigen Einsatz f\u00fcr Partei und Freiwirtschaft m\u00f6chten wir uns bedanken und werden bei k\u00fcnftigen Aktivit\u00e4ten ihn und sein Wirken im Herzen tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>In stillem Gedenken<\/p>\n\n\n\n<p>Deine Humanwirtschaftspartei<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>* Wikipedia.de:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Unitarier \u2013 Religionsgemeinschaft freien Glaubens<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Pantheismus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. Februar gab die Gesch\u00e4ftsstelle der Humanwirtschaftspartei Nord dem am 20. 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